Thursday, January 1, 2004

artischokka's reading list 2003



Be careful about reading health books. You might die of a misprint. Mark Twain
  • Judith Hermann, Sommerhaus später
  • Jonathan Franzen, Strong Motion
  • Don DeLillo, White Noise
  • Philipp Roth, The Dying Animal
  • Elisabeth Wurtzel, Prozac Nation
  • Michel Houellebecq, Particules élémentaires
  • André Gide, Nourritures Terrestres
  • Dylan Thomas, Under Milk Wood
  • Wilhelm Genazino, Ein Regenschirm für diesen Tag
  • André Gide, La porte étroite
  • Haruki Murakami, Hard-Boiled Wonderland and the End of the World
  • Alfredo Brice Echenique, Küss mich, du Idiot
  • Michel Houellebecq, Plateforme
  • Mitch Albion, Tuesdays with Morrie
  • Yann Martel, Life of Pi
  • John Irving, A Prayer for Owen Meany
  • Jean-Philippe Toussaint, Faire l'amour
  • Jonathan Franzen, The Corrections
  • Jeffrey Eugenides, Middlesex
  • T.C. Boyle, Without a Hero (stories)
  • Honoré de Balzac, Eugénie Grandet
  • Jean-Paul Sartre, La nausée
  • Seamus Heaney, Beowulf
  • Willem Frederik Hermans, De donkere kamer van Damokles
  • Robert Musil, Über die Dummheit
  • Leo Rosten, New Joys of Jiddish
  • Mary Lawson, Crow Lake
  • Dan Shaugnessy, The Curse of the Bambino
  • John Grisham, The Painted House
  • Henning Mankell: Alle Wallander-Romane
  • Pat Barker, The Ghost Road
  • Pat Barker, Another World
nicht fertig gelesen: Jonathan Safran Foer, Everything is Illuminated; Paul Theroux, Mosquito Coast; Peter Nadas, Liebe


Monday, September 29, 2003

ithaka

KONSTANTINOS KAVAFIS ( 1863 - 1933)

Wenn du zur Fahrt aufbrichst nach Ithaka,
so bete, dass ein weiter Weg es werde
voller Umschwünge, voller Einsichten.
die Lästrygonen oder die Kyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht.
Dergleichen triffst du nie auf deinem Weg,
solang dein Denken hoch bleibt und erlesne
Erregung dir an Geist und Körper rührt.
Den Lästrygonen oder den Kyklopen,
dem wütigen Poseidon wirst du nicht begegnen,
wenn du sie nicht in deiner Seele schleppst,
wenn deine Seele sie nicht vor dich stellt.

So bete, dass ein weiter Weg es werde.
Mögen der Sommermorgen viele sein,
wo du - oh wie mit Dank, oh wie mit Freude! -
einfährst in Häfen; die du siehst zum ersten Mal.
Mögest du halten an den Handelsplätzen
Phönikiens und schöne Ware kaufen:
Perlmutter und Korallen, Ebenholz und Amber
und jede Art erregende Duftflüssigkeit.
Mögest du gehn in viele Städte nach Ägyptenland,
damit du lernst - und lernst von Eingeweihten.

Behalte stetig Ithaka in deinem Geist.
Die Ankunft dort ist deine Vorbestimmung.
Doch haste mit der Reise nimmermehr.
Besser, sie daure vieler Jahre Lauf,
und auf der Insel ankerst du als Greis,
an allem reich, was auf dem Wege du erwarbst,
niemals erwartend, dass dir Reichtum schenke Ithaka.

Ithaka schenkte dir die schöne Reise.
Zu ihm allein bist du hinausgefahren.
Verlange andre Gaben nicht von ihm.

Findest du´s arm, Ithaka trog dich nicht,
so weise, wie du wurdest, so erfahren,
erkanntest du nun wohl, was Inseln wie Ithaka bedeuten.

UBERSETZUNG: HELMUT VON DEN STEINEN


Wednesday, July 16, 2003

it's my life

JON BONJOVI

This ain't a song for the broken-hearted
No silent prayer for the faith-departed
I ain't gonna be just a face in the crowd
You're gonna hear my voice
When I shout it out loud

It's my life
It's now or never
I ain't gonna live forever
I just want to live while I'm alive
My heart is like an open highway
Like Frankie said
I did it my way
I just wanna live while I'm alive
It's my life




This is for the ones who stood their ground
For Tommy and Gina who never backed down
Tomorrow's getting harder make no mistake
Luck ain't even lucky
Got to make your own breaks

It's my life
And it's now or never
I ain't gonna live forever
I just want to live while I'm alive
My heart is like an open highway
Like Frankie said
I did it my way
I just want to live while I'm alive
'Cause it's my life


Better stand tall when they're calling you out
Don't bend, don't break, baby, don't back down

It's my life
And it's now or never
'Cause I ain't gonna live forever
I just want to live while I'm alive
My heart is like an open highway
Like Frankie said
I did it my way
I just want to live while I'm alive
'Cause it's my life!




Thursday, May 1, 2003

gescheitert


free at last, free at last, thank god almighty, i'm free at last!
united states negro spiritual

Wednesday, October 13, 1999

Einzug 1999, Teile 8 bis 10

[13.10.99]
Bei Koller (fragt dieser Esel doch tatsächlich Sachenrecht und ich hatte auf OR spekuliert) werde ich wohl nie über eine zwei hinauskommen. WENN ich eine zwei bekäme, wäre ich schon saugut bedient, mark my words. Jetzt brauche ich ein nap.

Schmutz (buhuhuuuuu!), Odyssea naufragia


[2.12.99]
So, ich bin auch wieder mal in Bern. Ich war auch noch keine Stunde an der Uni, macht mich jemand netterweise darauf aufmerksam, dass morgen bereits die Anmeldefrist abläuft für die nächsten Prüfungen. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Nach der Anmeldung habe ich dann die Bücher gekauft und erwartungsgemäss festgestellt, dass es sich nicht um 15-seitige Broschüren, sondern um 400-seitige sackspannende Schmöker handelt mit so verlockenden Titeln wie Schuldbetreibungs- und Konkursrecht oder Zivilprozessrecht. Hurra. Insofern herrscht hier bereits wieder Vollbeschäftigung von der übelsten Sorte.
Zu Hause sind mittlerweile alle Kisten ausgepackt und mit einer Ausnahme ALLE (haleeeehlujaaah) Handwerker abgezogen. Hei, was habe ich geputzt. Aber es hat sich gelohnt. Unsere Unterkunft sprüht nur so vor Charme, so etwas Schnüseliges hat nicht jeder. Wir sind ganz begeistert. Herkules hat auf der Veranda seinen Wellness-Center eingerichtet mit diesen fürchterlichen Sitzsäcken (die ich nicht entsorgen durfte), der Play-Station (inkl. die alten Commodore-64-Monitore, die ich auch nicht entsorgen durfte) und einer mittleren Marihuana-Plantage (hier entsorgt er regelmässig selber). Ausserdem sind wir ultimativ verkabelt (herkules/resolotta@qlaibasel.ch oder so ähnlich), verfügen über einen gigantischen Kühlschrank, eine effiziente Waschmaschine und eine ästhetisch einwandfreie Duschabtrennung (was keine Selbstverständlichkeit ist). Das beste ist und bleibt aber die Bibliothek, ach, ein Anblick, der mir unendlich Glücksseufzer entlockt. Allerdings müssen wir sie erweitern, da meine Juristen-Literatur zur Zeit noch keinen Platz hat. Ich werde (stundenlang) darüber nachdenken, in welcher unteren, unauffälligen Ecke sie inskünftig stehen darf. Kommt Zeit, kommt Rat.
Im Volleyball verlaufen die Kurven unterschiedlich, wobei Kurve schon mal falsch ist: Herkules’ Mannschaft gewinnt alles, Resolottas Mannschaft verliert alles. Ein Umstand, der zu denken geben könnte, wenn's uns beiden nicht eher wurscht wäre. Im Gegenteil, wir haben es sauglatt, eigentlich.

In diesem Sinn, Resolotta


[6.12.99]
Jaja, die Dezember haben's so schön in sich, das ist unbestritten. Bei uns werden die Mailänderli mangels Zeit und Ofen (tja, man vermisst so ein Gerät also doch) erst in St.Antönien fabriziert (ja, traditionsgemäss wollen wir dahin- dahin ziehen und traditionsgemäss findet Mein Bruderherz das eine Schisstradition, aber er wird volldemokratisch überstimmt,
wie jedes Jahr und macht dafür über die Festtage den allerbesten Mutschgrind [wobei das allerdings von Jahr zu Jahr weniger zu werden scheint, oder bin ich einfach abgehärtet?]).
Was das Kerzenziehen für den kostenlosen Studentenrechtshilfedienst der Uni Bern betrifft, so muss ich den schwänzen, denn neben allen Weihnachtsessen kommt ja auch noch Besuch aus Holland und das macht die volleyballinfizierten Wochenenden "leicht" überstrapaziös, hailige Bimbam. Ausserdem müssen wir, bevor die kommen, noch die Vorhänge montieren, weil man sonst von der Leuengasse Geradenummern direkt (u.a.) in unser riesengrosses WC-Fenster sieht. Und überhaupt: DAS geht ja nun wirklich nicht.
Was das Volleyball betrifft, kann im übrigen endlich von einer KURVE berichtet werden! Im Fall von Resolotta vom ersten (und erst noch 3:0) Sieg und im Fall von Herkules, man glaubt es kaum, hat's im Cup eine Niederlage gesetzt, allerdings knäppestens.
Was Deine gemästeten Weihnachtsratten betrifft, so hoffe ich doch, dass sie über unseren Besuch hinaus am Leben bleiben, um allfälligen Spekulationen bezüglich Verpflegung frühzeitig das Wasser abzugraben. Bezüglich ihrer Rezeptionsfähigkeiten könnte man hier direkt eine literaturwissenschaftliche Nachuntersuchung anknüpfen zum Thema:

"Lernen auch Ratten Lyrik leichter auswendig als Prosa?"
In diesem Sinne, Resolotta

Friday, September 10, 1999

Einzug 1999, Teile 1 bis 7

[10.9.99] - Eiger-Live-Besteigung
Wetter: Nach einem verschifften August nun ein sagenhafter September ergo barfuss.
Gestern und heute läuft die Eiger-Nordwand-Besteigung live im Schweizer Fernsehen (mit web-cam, falls Du Dich bezüglich meiner Wetter-Auskünfte vergewissern willst: http://eiger-live.dplanet.ch/index-home.html
Prüfungen: ab 27. September, und von gründlicher Vorbereitung natürlich keine Spur. Da ich doch viel lieber mein Büchergestell einräume als Verwaltungsrecht lerne.
Ja, wir sind so ein wenig am einziehen. Allerdings harren wir noch ein paar Dingen, die da kommen sollen, z.B. die Küche und ähnliches. Warmwasser läuft seit gestern, aber eine Duschtrennwand wäre noch clever. Da wir beide immer noch "gelegentlich" Sport treiben, wäre auch eine Waschmaschine kein Luxus usw. Vom Telefon fehlt auch noch jede Spur (wir haben bereits mehrere erboste Karten aus NL bekommen, ob wir wohl heimlich in den Ferien seien und wir sollten mal anrufen, derweil wir schamlose Egoisten die Ruhe geniessen und niemand, der uns dreinredet) - Das hat zur Folge, dass Du für eine Besichtigung der Häuslichkeiten wohl am besten direkt vorbeikommst, was mich natürlich freuen würde, aber je nach sozialem Engagement ("wo Du schon mal da bist: Du solltest noch Tante Amelie besuchen, schliesslich ist sie auch schon über neunzig. Ausserdem hat Oma einen Kuchen vorbereitet für morgen nachmittag und zur Zahnkontrolle könntest Du auch wiedermal und am Sonntag koche ich was schönes und Cousin August lädt uns auf den Tüllinger Hügel ein am Samstag....") hast Du möglicherweise keine Zeit.

Resolotta Quichotta

[17.9.99]
Im Kopf, Victoria Nadine! Ich habe die Zitate im Kopf. Schliesslich ist und bleibt Odysseus mein grösster Held.
(Schon als ich zehn war, war ich begeistert von diesem Mann und ich bin immer noch nicht auf Ithaka gewesen. Es ist ergo umso ungerechter, dass Mein Bruderherz jetzt nach Troia geht, während ich mich hier quäle.) Mir sollte derzeit zugegebenermassen statt Voss (o genialer Übersetzer!) jeweils einigermassen spontan die Vorgehensweise bei der eherechtlichen Gütertrennung einfallen ...
Aber, wie sagte doch die Tochter zu ihrem Alten - drauf antwortete Zeus' blauäugichte (!) Tochter

Athene: Halte nicht länger mich auf, denn dringend sind meine Geschäfte.
In diesem Sinn, Parcivalla

[22.9.99]
Und - ist sie schon in Sicht unsere gediegene Duschabtrennung?



[27.9.99]
Also zuerst sind jetzt Prüfungen angesagt, keuch.
Was das Einziehen betrifft: Möchten hätten wir schon wollen, nur dürfen haben sie uns nicht lassen. Aber BEINAHE- BEINAHE. Man müsste eigentlich nur noch Zeit finden, um den Entscheid zu fällen. Es liegt übrigens nicht am Kühlschrank sondern am Kühlschrank-Schrank. Von übrigen Details wollen wir aber schweigen.

So kurz, so gut, R.

[30.9.99]
Ich glaube schon, dass das Daumendrücken etwas genützt hat, war ich angesichts einer ziemlich kompletten Ignoranz der rechtlichen Aspekte des Falls immerhin mit einer erstaunlichen Eloquenz gesegnet, von der ich hoffe, sie täusche wenigstens ein bisschen über meine Unzulänglichkeiten hinweg. Morgen ist Strafrecht - aus meiner Sicht die grösste Strafe des gesamten Studiums - also fest drücken!

R.

[30.9.99]
Morgen Nachmittag wollten wir ursprünglich mal in den IKEA, falls Du würdest frei nehmen können. Wie sieht's denn jetzt aus, mein gescheiter und herzensguter Herkules? Wollen wir, kannst Du?
Möchtest Du mich nicht sowieso mal noch anrufen heute, bittebitte?

Odyssea

[4.10.99]
Also, was habe ich alles vergessen?


Türen schleifen:
- Haustüre
- Schlafzimmertüre

Malen:
- Loch vom Heizkörper im Schlafzimmer
- Schlafzimmer Strassenseite: Stuck beim Balken
- Zweiter Stock: Fleck unter dem Lichtschalter, Flecken unter Fenster beider rechten Box (Seite Bücher), Flecken beim Thermostat
- Gang Parterre, Treppenhaus
- WC: Roter Staub auf der Fussbodenleiste unter dem Lavabo
- Verandatür
- zweite Runde Schrank unter dem Fenster im Parterre
- schwarze Fingerabdrücke bei den Lichtschaltern und bei den SteckernStrassenseite zweiter Stock
- schwarze Fingerabdrücke an der Mauer zwischen Eingangstür und Treppe


Elektro:
- Im Schlafzimmer sind die Knöpfe verkehrt geschaltet
- Für die Aussenlampe braucht's einen Schalter mit Lämpchen
- Hausglocke

Türschlösser:
- Schrank im zweiten Stock
- Schlafzimmertüre
- Bad-Türe
- Wohnzimmertüre
- oberer Teil des Geländers in den ersten Stock nochmals montieren
- erste Treppenstufe Richtung zweiter Stock irgendwie vor dem Abbrechen bewahren

Thursday, July 22, 1999

Umbau 1999, Teile 14 bis 17

[22.7.99]
Im übrigen tut sich wieder etwas in der Villa. Die Mazedonier sind zurück aus den Ferien. Ungefähr zwei Stunden nach ihrer Rückkehr von der Adria haben sie unser Badezimmer geplättli-t, dito das WC und dem Sanitär- und Heizungsschwoben bereits telefonisch mit übelsten Sanktionen gedroht, wenn er seinen faulen Hintern nicht häufiger in die Leuengasse bewege.
Ausserdem haben sie die Parkett-Legeaktion in die Wege geleitet. Ab heute hat Massimo, der Schreiner, wieder mal etwas zu tun, hier. Unser Bambus-Parkett hat ihm gefallen und es sieht sogar verlegbar aus. Ich glaube, das versöhnt ihn ein wenig nach dem Ärger mit unserer bunten Treppe. Mit den Abdeckleisten waren sie aber gar nicht zufrieden, hei, was haben sie gemotzt. Und das, obwohl nun festverklebt wird und wir durchaus das holländische System hätten haben können. Jee, was haben sie gejammert. Tausend Argumente haben sie sich einfallen lassen, die gegen DIESE Abdeckleisten sprechen. Sogar Herkules hat seinen Widerstand aufgeben müssen und klein begegeben. Gut, das war ein Fehleinkauf, vergessen wirs. Jetzt kommt echte CH-Ahorn-Aesthetik mit Armbrustgütezeichen ins Haus. Schliesslich, sagen sie, soll es ja anständig (?) aussehen nachher...
Der Heizung/Sanitär-Schwabe legt sich unterdessen mit dem IWB an. Als Grenzgänger fehlt ihm natürlich die Bewilligung zum Anschliessen der Fernwärme, zum Versetzen des Gaszählers sowieso, (eigentlich zum Arbeiten hier) - und überhaupt:

"Schlima als bei uns, verdeggele!"
Am Wochenende vom ersten August schleppen wir unseren Krempel in die oberen Etagen, keuch. Keine besonders erfreuliche Aussicht.
Immerhin, da unterdessen auch die Bodenplättli fürs Parterre gekommen sind, und Neda lieber gestern als heute mit dem Verlegen beginnen möchte

Massimo: "zersch muess Lagg troche, denn uffeschlebbeü! Nid vorhär! Nid vorhär!"

können wir demnächst in der Tat einziehen. Es fehlt dann noch die Küche, aber die ist auch schon in der Warteschlange.

Küchenstudio: "Die Gashahnen muss Mitte 75cm und 55 du sol sunsch problèmes mit Caroussel. - Und s'Wosser muess in Wond, hä, sunsch Kiehlschronk lüegt fihre, s'goht nitä."
Und wenn das alles soweit ist, fehlen uns noch: PLÄTTLI - die für die Cuisine, längmersgwehr.
In diesem Sinn, Resolotta


[6.8.99] - Totale Sonnenfinsternis in Europa
Unser Häuselein wird schnuckiputzig. Es hat jetzt schon Böden. Es fehlen nur noch die Armaturen und die Küche.
Was die Sonnenfinsternis betrifft, so prophezeie ich Dir weniger den Weltuntergang als vor allem den ultimativen Verkehrszusammenbruch. Der dann aber garantiert. Aber wenigstens an etwas können wir uns dann erinnern wenn wir alt und grau sind, selbst wenn es regnen sollte:

"Weisst Du noch das Chaos, und dann hat's geregnet."
Am 11.August 1999 finden wir das noch überhaupt nicht lustig, aber in 20 bis 30 Jahren werden wir uns köstlich darüber amüsieren.
Im übrigen befasse ich mich diese Woche mit Aktienrecht. Bin im Verzug, surprise-surprise.
In diesem Sinn, R. van den Sonnenbrillen

[30.8.99]
Also Du bist gar nicht so weit daneben, was die Bauphase betrifft. Die Böden liegen zwar auf den richtigen Etagen und unterdessen haben wir uns sogar den Zugang zu unserer Unterwäsche erarbeitet. Als piece de resistance entpuppt sich nun allerdings die Küche inklusive deren Gasherd, rsp. der diesbezügliche Anschluss. Ausserdem haben sich der Heizer und der Elektriker miteinander angelegt, so dass wir wahrscheinlich nächstes Wochenende noch kein Warmwasser haben werden und folglich auch noch nicht einziehen könnnen, weil der ganze Plunder ja noch vom IWB abgenommen werden muss, hurra. Ausserdem muss der Elektriker nomol kommen, um die Fernsehanschlüsse (in der Tat in vollem Ernst ein Plural, da wir Entscheidungsunfähige noch keine Ahnung haben, wo wir mit diesem Möbel hinwollen) zu machen, damit wir, verglemmi nonemol endlich mal ein paar Schränke aufstellen können. Schliesslich, murphy lässt grüssen, wollen wir immer GENAU vor den TV-Anschluss einen Kasten aufstellen, wie's halt so ist.
Immerhin werden wir bis Ende Woche vermutlich (Holz aalänge!) alles haben ausser eben Warmwasser - UND EINER KÜCHE, saperlotta: Der Kühlschrank ist zu gross, rsp. der Schrank für den Kühlschrank zu klein, weiss der Geier, und auf einen passenden (nein,den kann man anscheinend nicht einfach umbauen, knirsch) müssen wir VIER (= quatre, = quatro, = four, = 4) Wochen warten, grummel. Ausserdem hat der Gas-Mensch in den fünf Minuten, wo ich mich gerade umgedreht hatte, den Gashahn am völlig falschen Ort montiert, Herkules war böse. Und zwar nicht auf den Gas-Menschen, bhüetisnai, sondern natürlich auf mich. Knirsch. Ausserdem hat der Küchenmensch mit dem Brünneli nicht die Mitte braicht vom Unterschrank, Herkules war nomol verruggt, es war ein ziemlicher Schissdrägg, kann ich Dir sagen. Deshalb bin ich jetzt wieder in Bern und verbringe viel zu viel Zeit damit, im öffentlichen Recht die derzeit gültigen Gesetzesfassungen aufzutreiben, Gruss vom Internet, ächz. Ausserdem, was geht mich das Binnenschifffahrtsgesetz an. Und was mir jetzt gerade noch gefehlt hat, ist natürlich eine parlamentarische Sondersession, längmersgwehr. Ausserdem habe ich noch eine Französischprüfung am Samstag.
Ja, Ferien, was ist das schon wieder.
Resolotta Ohneschnauf



[8.9.99]
Kugelrund läuft's nicht gerade, aber man soll ja nicht klagen.
Französischprüfungen gehen trotz mangelnder Vorbereitung immer einigermassen gut.
Liz-Prüfungen beginnen am 27.9. - dort sind die Aussichten wegen mangelnder Vorbereitung eindeutig weniger gut.
Auch bei Michele sehe ich die Lem-Motivation täglich schwinden, was nicht gerade Gutes ahnen lässt. Er beteiligt sich derzeit lieber an Handy-Eintauschaktionen und Internet-Auktionen.
Unserem Parkett hat's die Hutschnur gelüpft und es fragt sich, ob sich das wieder legt. Soll ich jetzt das Büchergestell einräumen oder nicht? Sollen wir zuerst die (Fussboden-)Heizung anwerfen? Herkules' Nerven sind - nicht nur deswegen - nicht mehr die besten. Langsam muss es ein Ende haben mit unserem Umbau.
Ausserdem wird wieder ordentlich Volleyball gespielt, weil ich sonst ja zuviel vorige Zeit hätte. Die Saison beginnt z'mitts in den Prüfungen, hurra.
Mit anderen Worten: Nichts Neues unter der Sonne zur Zeit. Erzähl lieber mal von Deinem Schaufensterbüro. Das tönt ja ganz nach New Public Management: Transparenz auf allen Stufen...In diesem Sinn, R.

Sunday, June 13, 1999

Umbau 1999, Teile 10 bis 13

[13.6.99]
Dürfte ich Dich bitten, nichts mehr von New Yorker Hitze zu berichten - wo's hier doch goppeloni schon wieder saicht. Das ist gar nicht so einfach zu beschreiben, unsere jeweilige Konsensfindung. Wie in jeder Demokratie dauert es aber in der Regel länger, so dass wir eigentlich alles zu spät bestellt haben.
Deshalb herrscht auf unserer Baustelle derzeit eine unheimliche Stille: Alles was bisher möglich war, ist erledigt, wir befinden uns in der Warteschlange für Badewanne, Bodenbeläge und Badezimmerplättli. Die Küche kommt sowieso erst im August; das Modell Kühlschrank, das wir ausgewählt haben, ist zwar schon im Prospekt, aber (stellt sich jetzt heraus) noch gar nicht auf dem Markt; auf sicher haben wir dafür die Abwaschmaschine - sehr nützlich, so ohne Küche.
Und wir sind ja nun deswegen nicht etwa unterbeschäftigt: Es kommen die Heilsarmee, der Küchenschreiner und die Gebäudeversicherungsbeamten vorbei - und zwar schön säuberlich getrennt nach Wochentagen und selbstverständlich nicht zu Randzeiten.
Heilsarmee: "Am Freitag, im Verlauf des Vormittages".

Schreiner: "Am Dienstag zwischen 1400 und 1430".

Gebäudeversicherung: "Mittwoch in einer Woche um 15.45".
In diesem Sinn, Resolotta


[14.6.99]
Heute sind endlich die Bambus-Parkett-Muster gekommen aus Holland, wie mir am Telefon berichtet wurde.
"Und wie sehen sie aus?"
"Die lackierten Bretter sind ein wenig gelblich, die geölten ein bisschen gelblicher."

"Aha. Und welche wollen wir nehmen?"

"Das entscheiden wir, wenn Du wieder da bist - wann kommst Du? Am Donnerstag, gut dann bestelle ich sie sofort am Freitag morgen in der Frühe."
Ausserdem demonstrieren die Briten im Kosova, wie gut sie im Schuss sind. Nach jahrzehntelangen Schiessübungen auf vermeintliche und vermutete Terror-Zivilisten in Nordirland liegt die Hemmschwelle im britischen Sektor wohl ein wenig tiefer als im deutschen oder französischen. Oder glaubt hier irgendjemand an Zufälle?
In diesem Sinn, Resolotta


[6.7.99]
So, waren wir also mit einem Siebenplätzer ohne Sitze in NL, um unseren Bambusparkett abzuholen. Das allerbeste war allerdings, dass bei meiner Rückkehr Claires Hosen an der Tür hingen. (Und wenn Claires Hosen an der Tür hängen, heisst das, dass es sie auf dem Velo grässlich verschifft hat.) Ich frage: Claire, wann ist das denn passiert? Am Sonntag ist Claire mit Clivia und unserem Etagendumbo bei Grindelwald zum Wandern gewesen - und man hat gefroren, klapper. Und man war nass von hier (sie zeigt auf den Scheitel) bis hier (sie zeigt auf die Zehen). Entsprechend berichte ich mit allergrösster Genugtuung, dass es in Holland 30 Grad war UND WIR IN DER NORDSEE GEBADET HABEN!!! Kaum zu glauben, aber nichtsdestotrotz wahr.

R. van Stüpefaitta


[21.7.99]
Hier hast Du ein mail.
Du solltest eine Plan machen und jeden Tag eine halbe Stunde Töfffahren einplanen (so wie ich beim Joggen: Wenn das Wetter einigermassen hält, gehe ich jeden Tag) - dann bist Du VIEL GLÜCKLICHER und das Lernen ist nicht mehr so eintönig. Ausserdem kannst Du Deine vielen Schoggistengeli neben dem Lehrbuch auftürmen, das motiviert auch.
Weitere Tips fallen mir zur Zeit nicht ein, aber Du wirst bestimmt noch von mir hören: ICH bin ja wenigstens da, saperlotta. (Ich habe Heimweh! Die Duschwanne ist übrigens gekommen.)

Gruss, Resolotta

Thursday, May 20, 1999

Umbau 1999, Teile 5 bis 9

[20.5.99]
Was Dein Loch in der Tumhallendecke betrifft, würde vielleicht ein dezenter Hinweis ans Oberwiler Lokalblättchen für Abhilfe sorgen.
Oder ein ebensolcher nach Liestal oder an die Aufsichtsbehörde des Bundes (leider inexistent im Schulwesen, es sei denn, Du behauptest, die Turnhalle diene als Flüchtlingsunterkunft) oder lasst uns auf einen gröberen Unfall hoffen, den die Tochter des lokalen Obervereinsmeiers trifft, der hauptberuflich Rechtsanwalt ist und dann die Gemeinde auf eine saftige Summe Staatshaftung verklagen kann.
Aber eigentlich: Warum streicht man den Turnunterricht nicht einfach? Wenn schon Alibiübung, dann wenigstens richtig: Esoterik und Yoga kann man auch im Schulzimmer betreiben. Ausserdem hätte man dann endlich mehr Platz für Asylbewerber. Und Du könntest zu Hause bleiben und die Scheichen hochlegen. Oder beim Kellerauspumpen helfen am Bläsiring. Archäologischer Grabungsschnitt auf der Suche nach Berts Haschischvorräten. Dort herrscht absoluter Personalmangel. Und endlich würdest Du auch ausserhalb Deiner Freizeit mal was Sinnvolles tun.
Weisst Du übrigens schon das allerneuste: Unser Etagendumbo hat Liebeskummer, ergo Schweinelaune. Der Rest der Belegschaft guckt sich vollidiotische amerikanische Spielfilme an und hält sie für Satiren. Die Russen und die Schwoben jassen und prügeln sich wegen Spielregel-Unklarheiten. Ausserdem regnet es hier ununterbrochen. Ich bin hintendrein mit meinem Lern-Plan. Herkules hockt in einem Berg von Bambus-Parkett-Mustern und weiss sich nicht zu entscheiden. Das Geld wird nicht reichen für eine Küche, deshalb leihe ich von Bruderherz sein Camping-Rechaud aus. Jetzt fehlt uns noch eine Spüle und ein Kühlschrank, die Brockenhäuser sind in dieser Richtung eher spärlich eingerichtet.

In diesem Sinn, Resolotta

[27.5.99]
Was meine Nerven anbelangt, so droht, glaube ich Ungemach. Heute haben Herkules und ich herausgefunden, dass wir beide seit längerem Halsweh haben - wir sind also am Limit und der Juni verspricht keine Besserung. Wir sind sogar zu kaputt, um zu streiten: Entsprechend haben wir uns nun innert zwei Tagen sowohl auf eine Küche als auch auf die Badezimmerplättli geeinigt, wenn das kein Zeichen von psychischem Notstand ist. Nun also noch Parkett in den OGs und Fliesen im EG. Und dann noch zügeln, längmersgwehr.
Heute befasse ich mich passenderweise mit Ehescheidungsrecht. Auch dort liegen die Nerven blank, und zeigt sich der kollektive Intelligenzmangel exemplarisch.
In diesem Sinn, R.


[1.6.99]
So wie ich die Lage noch überhaupt nicht einschätzen kann, ist erst eines sicher: am Sonntag, den 27. Juni müssen wir raus sein aus der Breisi, inklusive schrubb-schrubb. Die Frage ist dann allerdings, wohin wir eigentlich zügeln. Also das Bett und das Rasierzeug, inklusive ein paar Klamotten zu Paperich, nehme ich mal an. Den Rest ins Parterre, auf die Veranda und in den Schopf der Burg, weil der erste und zweite Stock wohl noch des Bodenbelags entbehren werden, da importiert aus NL - exklusive Mehrwertsteuer NL 19,8%, inklusive MWSt CH 7,5% plus ca. 101% Rabatt, den Chefunterhändler J. Aarden jeweils auch aus den stursten Verkäufern rausschränzt, got the picture? Auf diese Weise wir kürzlich in Fronkraisch une Cuisine erstanden, isch misch schon fast geschämt für den Mann.
In diesem Sinn, R.

[9.6.99]
Bauhandwerkerpfandrechte ist nicht, da Schwarzarbeiter sich in dieser Richtung hüten. Zahlungsverzug zieht in diesem Bereich wohl eher Rechtsfolgen im Stile von In-Betonsockel-Einmauern nach sich.
Moment mal, ich habe mich im Land geirrt:
"Isch wie Nato, da Kerel. Immer wenn i grad gfliggt ha. Wenn Du näggschtmol gsesch, sag, är FRÄSE nit spitze, FRÄSE!!!!!!!"
Er redet vom Elektriker, der mit Vorliebe seine Leitungen in frisch gegipste Wände verlegt, Stichwort unterputz. Dieser Elektriker, und wir müssen uns das regelmässig anhören, ist der einzige, regulär und offiziell bezahlte Handwerker auf der Baustelle. Logo, hier kontrolliert der Staat, hier und bei der Heizung. (Nur bei Heizung: "mir kenne Trigg!") Er ist ein Kollege aus Herkuless Apple-Zeiten und ausserdem ein Kuhschweizer. Er arbeitet zwar etwa ebenso effizient wie die Mazedonier (zum Glück, was müssten wir uns sonst noch alles anhören), hat aber jetzt zweimal den Lehrling geschickt und der schlägt tatsächlich Gräben, bei deren Anblick man leer schluckt.
In diesem Sinn, Resolotta


[10.6.99]
Hiermit also mit einiger Verspätung vom Bebbi-Segg-Vollstopfen ins weniger hemdsärmelige Büro-Bern zurückgekehrt.
Auf der Baustelle haben sie inzwischen tapeziert. Ganz weiss sind sie nun, die Wände, aaah - Wie werde ich das dunkelbraun überhaupt nicht vermissen!
Ein allfälliges Friedensabkommen mit dem Nato-Elektriker-Lehrling ist zur Zeit wieder ungewiss, nachdem Resolotta dummerweise im Erdgeschoss nun die eine Steckdose nun doch dort (und nit dort) will. Die entsprechenden Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt und die Reporterin von CNN hat mich schamlos vom Zelteingang abgedrängt. Oder wie soll ich sonst den Umstand erklären, dass die Muldenfirma nach 27 umgänglich geplatzierten Mulden die 28ste so hinstellt, dass ich eine Leiter brauche, um ins Haus zu kommen?- Aha. Geburtstagsüberraschung. Sechs Blumensträusse, ebensoviele Bücklinge und ein Heppi-Börsdei auf Mazedonisch (gemischtes Orchester mit vier Tenören) und eines auf Italienisch (a capella, Bass).
Ausserdem hat Massimo damit begonnen, die Treppen von siebenhundert Lagen Anstrich zu befreien.
"Mache nie meh, ich schwöre bi Madonna Santa, isch gopferdori e Schissdregg, du kasch sage im Neda."
Immerhin: Statt des Dunkelbrauns der letzten Schicht, hätten wir es auch bei hell-flieder-weiss-der-Geier-lila belassen können (Schicht drei) oder das Dunkel-Sandkasten-nach-dem-Schiff-grau-beige von der Schicht fünf?

"Ich nit Arkeoloog, ich Schriiner. Hus z'alt, ich au, für so Schissdregg."

In diesem Sinn, R.

Tuesday, May 11, 1999

Umbau 1999, Teile 1 bis 4

[11.5.99]
In der Tat ist mein charmanter Freund wieder in festen Händen. Schliesslich hat er andere Sorgen: Unser Haus sieht innen aus wie die chinesische Botschaft in Belgrad aussen. Schluchz. Ausserdem legen die Werk-Beauftragten ein dermassen heilloses Tempo vor, dass wir ein wenig im Entscheidungsrückstand sind, keuch. Wollt ihr nun ein Ablagerändli von 15 Zentimetern oder nicht? Wollt ihr warmes Wasser im WC oder nicht? Was für ein Brünneli wollt Ihr im Bad und wie hoch? Jetzt haben wir uns endlich auf eine Badewanne geeinigt, da sagt der Sanitär: email isoliert miserabel, ihr solltet acryl nehmen, aber unser traummodell gibt es nicht in Acryl. also, was findest du? Ich weiss nicht...

In diesem Sinn, R. Schluckaua Quixotta

[12.5.99]
Egregi Signori,
desidero porvi alcune domande:
1. Vendete direttamente a privati?
2. Vendete direttamente dalla fabbrica (a privati)?
3. In caso negativo, dove si trova la vostra filiale posta piü a nord inItalia?
4. Avete eventualmente una rappresentanza in Svizzera?
Ringraziando, porgo distinti saluti. Resolotta Quichotta, Basilea


[19.5.99] - Rhein im Kleinbasel über dem Ufer
Der Rhein hat die ufernahen Strassen in einen Strandweg verwandelt. Man kommt sich vor wie an der Riviera... In der zukünftigen Bleibe (Serengetipfad statt Leuengasse, hurra) sind im übrigen Aktivitäten im Gange, die mittlerweile Gott sei Dank wieder weniger auf Bombenanschlag, dafür mehr auf südamerikanische Favela deuten. Staublunge inklusive. Ausserdem: Wettbewerb nach dem Motto wäreliwär isch schnäller, dr Verputzer oder dr Elektriker? Auf alle Fälle bin ICH immer zu spät mit fotographieren.
Auch Bern schwimmt: Le directeur du Tierpark Dählhölzli a la douleur de faire part du deces eines Meerschweinchens, sniff. Sowohl Schwimmweste als auch Evakuation kamen zu spät. Auch die Mund-zu-Mund-Beatmung der Schweizerischen Rettungsflugwacht fruchtete nichts. Bachab, halt. Zu traurig.
Die Sandsegg-Stapel-Kurse habe ich geschwänzt.

In diesem Sinn, Resolotta

[19.5.99]
Ich sehe, in jedem Chirurgen schlummert ein Metzger. Darf ich hiermit meiner Entrüstung Ausdruck verleihen. Du Meerschweinchen-Schlächter, Du! (Gibt es eigentlich ES auch schon: das transgene Harvard-Meer-Säuli?)
Unterdessen quält uns die Entscheidfindung: Badzimmer-Plättli, Kuchi-Plättli, Bodeplättli... Das Küchenstudio hat uns schon ungefähr vierzig Vorschläge gezeichnet, aber irgendetwas ist immer. Grundsatzdiskussionen erfordern übrigens eine überdurchschnittliche Kondition, mit der es in der Woche vier der Baustelle mittlerweile ziemlich im Argen ist.
Ausserdem schwebt uns Bambus-Parkett vor: Nie gehört, meinte die Verkäuferin des grössten Basler Bodenbeiegers... J und R rechtsumkehrt, um übers Internet irgendwelche Vertreiber von Alternativbaustoffen aufzutreiben und die Zeit läuft und läuft und läuft uns davon, da die Handwerker einen Höllenzahn drauf haben.
Beispiel letzten Samstag: um neun Hausbesichtigung - um zwölf Hausbesichtigung. Inzwischen hatten sie einen Stahlträger montiert/geschweisst und schon wieder verkleidet. Die alte Küchentüre zugemauert, die neue Badezimmermauer aufgestellt und verputzt (der Elektriker hat natürlich gemotzt, weil er jetzt nochmal aufspitzen muss, worauf dann der Maurer wieder motzt usw.) und ausserdem alle Heizungsleitungen und Sanitärleitungen gelegt.
Hä.
Ich sagte: Moment, ich hole rasch zu Hause den Fotoapparat, damit wir nachher noch wissen, wo die Leitungen liegen. In meiner viertelstündigen Abwesenheit hatte Marcodergipser (nicht zu verwechseln mit Marcodemelektriker), der kein Wort dt. versteht, schon alles zugepflastert. Immerhin hoffe ich, auf den Fotos zu erkennen, wo die Leitungen sind: da wo der Gips noch feuchter, ergo dunkler ist.

In diesem Sinn, R.