Friday, December 14, 2007

sheep, dancing


Nicht schlecht gestaunt, diese Woche. stubbornita reibt sich immer noch die Augen. Und plötzlich tanzen wir alle, wir schwarzen Schafe. Viva la Grischa.



Monday, December 3, 2007

Mason & Dixon




Auf stubbornitas Pendenzenliste lagert seit längerem ein Problem. Lange genug, dass es ihr den Schlaf zu rauben beginnt. Zusätzlich überlagert von erfreulichen Meldungen der Art, für die Gian Paolo den zuständigen Unglücksraben von einem asset manager von einem Pressechef abgibt:

"Im Gelände oben, waisch, isch kompliziert. Also die Baubewilligung erteilt - das war die Gemeinde A. Dann stellt aber nach zwei Jahren einmal jemand fest, das Fassbecken 4B steht ja auf der falschen Seite des Bachs! Also gehört sie zur Gemeinde B. "

oder:

"Ja, die Preda-Leitung haben wir dem lokalen Elektrizitätswerk abgekauft. Endlich. Isch kompliziert, fünfhundertseitiger Vertrag, Eigentum zu 100% bei uns, Transportrechte aufgeteilt zwischen denen (38.97%), den andern (14.66%), jenen (6.98%), diesen (4.56%) und uns (Rest [bitte selber rechnen, das Ergebnis sollte 100% nicht überschreiten]).
zwei Wochen später:

"Oh, sie haben zwei Schaltanlagen vergessen, uns zu verkaufen! Die gehören anscheinend (a) doch ihnen selber [und nicht denen, den anderen, jenen, diesen oder sogar schon uns], und (b) auch zum Übertragungsnetz, also müssen wir ihnen diese noch abnehmen. Mist. Für wieviel? Keine Ahnung, isch kompliziert. Nur die Schaltblöcke 380 kV, den Rest wollen sie behalten. Und das sollen sie auch. Wir kaufen nur Übertragungsnetz samt Zubehör, aber doch sicher kein Verteilnetz!"

Und dann ruft auch noch der Steuerkommissär an zwecks höflicher Nachfrage nach dem Stand der Dinge in dieser Angelegenheit. Steuerlich läuft diese Geschichte unter dem Label "interkommunale Steuerausscheidung". Die Anlagenbuchhaltung ist auf knapp ähnlichem Informationsstand wie wir alle - und wenn nicht mal die Gemeinden selber Bescheid wissen, sind innovative Konzepte gefragt. stubbornita holt tief Luft und schreibt ratsuchend nach Amerika:

"Was hälst du von einer interkommunalen Steuerausscheidung nach Leitungskilometern?"
Die Antwort ist ernüchternd: Hauptsache sie hätte was als Beilage zur Steuerklärung, isch jo gliiich. Eben! Sie braucht eine Beilage, das ist es ja gerade! Gut. stubbornita also hinauf in den zweiten Stock "zu den Technikern". Auf den Baukatasterplänen die Stommasten der Berninaleitung gezählt und auf 1:25,000 Swiss-Topo-Karten eingetragen, dann die Kilometer gemessen pro Gemeinde von Sils bis Tschlin und Campocologno.

Räudig Spass gehabt. Neue interkommunale Joggingrouten geplant - tausende von Leistungskilometern entlang der Leitungskilometer. Dann, endlich, Campocologno, die Grenze! Von nun an kümmern sich [und besteuern] die Italiener! stubbornita, erschöpfte Rückkehrerin aus der virtuellen Leitungswildnis, stolz verkündend:

"Soll noch einer sagen, ich hätte einen öden Bürojob. Ich komme mir vor wie Mason&Dixon!"

Sunday, December 2, 2007

'No husband, no shrink?' - 'Both,' Oedipa said.

Thomas Pynchon, The Crying of Lot 49
quotation summary by young resolotta, back about 1990 oder noch früher...

Handlungsort:
San Narciso, California

Hauptdarstellerin:
Oedipa Maas, Hausfrau; ihr Mann, Wendell "Mucho" Maas [mucho bitte amerikanisch aussprechen...], nimmt an einem LSD-Experiment beim gemeinsamen Psychiater teil. Oedipa weigert sich mitzumachen.Der Psychiater ruft morgens um drei Uhr seine Patientin an [nicht umgekehrt!] - allererste Erwähnung des abgekürzten Wortes shrink, Seite 10:

It was Dr Hilarius, her shrink or psychotherapist.

'I worked,' Hilarius told her,' on experimentally-induced insanity. There is me, there are the others. You know, with the LSD, we're finding, the distinction begins to vanish. Egos lose their sharp edges. But I never took the drug, I chose to remain in relative paranoia, where at least I know who I am and who the others are. Perhaps that is why you also refused to participate, Mrs Maas?'

... a little something for her shrink to fix.

Nur leider, als sie später ihren shrink aufsucht, weil sie glaubt, er könne sie flicken [mit "ell"!], ist Hilarius durchgedreht und schiesst im Vorgarten seiner Praxis auf Oedipa [nein, nicht umgekehrt!]. Sie geht unverrichteter Dinge wieder. Auf der weiteren Suche nach dem Los Nr. 49 strandet Oedipa komplett verirrt in irgendeinem Pub an einem Ort, dessen Existenz sie bezweifelt und erzählt ihre bisherige Odyssee einem Mann, der eine Krawattennadel trägt mit dem W.A.S.T.E-Piktogramm.

'And,' scratching the stubble on his head, 'you have nobody else to tell this to. Only somebody in a bar whose name you don't know?

'She wouldn't look at him. 'I guess not.'

'No husband, no shrink?'

'Both, Oedipa said, 'but they don't know.'

'You can't tell them?'

She met his eyes' void for a second after all, and shrugged.

'I'll tell you what I know then,' he decided.

'The pin I'm wearing means I'm a member of the IA. That's Inamorati Anonymous. An inamorato is somebody in love. That's the worst addiction of all.'

Hopelessly paranoid: California

Things grew less and less clear.

Like all her inabilities to communicate, this too had a virtous motive.

'Mucho is losing his identity, Oedipa.'

Either she could not communicate, or he did not exist.

The salvation of Europe depends on communication, right?

Possibilities of paranoia became abundant.

Either way, they'll call it paranoia.

There was the true continuity, San Narciso had no boundaries.






Friday, November 30, 2007

büro-babylonia (5)

Unwort der Woche
MUNCH_AÜN (Marktöffnung UbertragungsNetz sCHweiz - Arbeitsgruppe ÜbertragungsNetz) - 62 Buchstaben...

Frust der Woche

"Immer wenn der Consultant geht, funktioniert etwas nicht mehr, was vorher lief." Raupenpaparazzo zu seinem Orcale-Projekt

Spruch der Woche
"Ich kam mir vor wie ein Ossi nach der Wende ob so viel Auswahl."
B-Dörfli, tagein, tagaus Coop Poschiavo und dann! - endlich mal! - Coop St.Moritz.

Zitat der Woche
Buchhalter sind von Natur aus Lebewesen, die stark zu Ironie neigen.
Italo Svevo, Zeno Cosini, 467





Thursday, November 29, 2007

jaap stam

Wenn Henry James unter den Hund kommt, fand daisy, dann kann er auch gleich vor die Affen gehen. Der Namensgeber hat es kürzlich dem Haustier gleich getan und sich aufs Sofa zurückgezogen. Die mustergültige internationale Karriere dieser beiden Pfeiler der Zuverlässigkeit und Solidität begann vor bald fünfzehn Jahren, jene des letzterem allerdings nicht auf irgendeinem durchnässten Rasen des achterhoek, sondern très chic im Bijenkorf der hoofdstad. Keiner von beiden liess sich je darüber graue Haare wachsen. Recht so. Wozu auch. Und überhaupt: daisy frisch vom Frisör, das Grinsen breiter denn je.

Wednesday, November 28, 2007

pugnax (2)


An old aerostat hand by now, Pugnax had also learned, like the rest of the crew, to respond to "calls of nature" by proceeding to the downwind side of the gondola, resulting in surprises among the surface populations below, but not often enough, or even notably enough, for anyone to begin to try to record, much less coördinate reports of, these lavatorial assaults from the sky. They entered rather the realm of folklore, superstition, or perhaps, if one does not mind stretching the definition, the religious.Thomas Pynchon, Against the Day, 5

Als mittlerweile altgedienter Luftschiffmatrose hatte Pugnax auch gelernt, es der übrigen Mannschaft gleich zu tun und dem "Ruf der Natur" Folge zu leisten, indem er sich zur Windschattenseite der Gondel begab, was den Oberflächenbewohnern darunter zwar Überraschungen bescherte, allerdings nicht häufig, geschweige denn bemerkenswert genug, als dass irgendjemand eine Aufzeichung, und schon gar keine zusammenhängende Berichterstattung dieser Toilettenattacken vom Himmel versucht hätte. Vielmehr hielten sie Einzug in Folklore, Aberglauben oder allenfalls - wenn man nichts dagegen hat, die Definition auszudehnen - Religion.
Thomas Pynchon, Against the Day, 5, übers. von stubbornita


Tuesday, November 27, 2007

if you've seen one, you've seen the mall


Sie möchten nicht zufällig Einsitz nehmen wollen in einer der beiden helvetischen Parlamentskammern? Natürlich möchten Sie: Vier Sitzungen pro Jahr, ordentlich entlöhnt, frisch renovierte Sitzungssäle - alles in allem ein hochgefreuter Nebenverdienst. Dann mal los: Fühlen Sie sich berufen, auf dass Ihre Wähler sich vertreten fühlen dürfen!
Bekanntlich will ja so ein politischer Schnellstart gut geplant und vorbereitet sein - nach der Wahl ist vor der Wahl! Deshalb sollten Sie sich zur Sicherstellung ihres zukünftigen parlamentarischen Sessel(k)lebens vorgängig auf einer Tour im nächstgelegenen Einkaufszentrum mit den benötigten Mandatszutaten gemäss untiger Liste eindecken. Diese sind insbesondere in der Adventszeit gut aufgestockt, greifen Sie zu! Zeitrahmen bei guter Routenplanung ca. eine halbe Stunde.

Wir wünschen Ihnen jetzt schon viel Spass im Bundeszirkus der übernächsten Legislatur.


Zutaten zum traditionellen Volksvertreter (von oben nach unten)


  • Anzug samt Kravatte im helvetischen Mittelmass mit Armbrustgütesiegel, und bitte grau (Herrenglobus, zweiter Stock, hintere Rolltreppe rechts)

  • vier* Kinder (Coop Spielwarenabteilung, zweiter Stock, vorne links)

  • internet-Adresse mit www.mein.name.ch/ und e-mail-Adresse mit dem eigenen Namen nach dem @ (mobilezone, Rolltreppe runter, erster Stock, vorne links)

  • männliches Geschlecht (beauty parlor, erster Stock, zuhinterst links)

  • Hochschulabschluss juristischer** Fachrichtung (Migros Klubschule, Rolltreppe runter, Parterre rechts)

  • Hochzeit*** sowie ein Jahrgang mit höchstens einer fünf an zweitletzter Stelle (Zivilstandsamt, 2. UG, Nebeneingang "Kombi-Angebote", beim Lift zur Tiefgarage)


*fünf oder sechs gehen auch, drei sind an der untersten Grenze
** zweite Wahl: dipl. Landwirt; dritte Wahl: Bauunternehmer
*** vor allem dann wichtig, wenn Sie geschieden sind - unbedingt darüberheiraten! Zivilstand "geschieden" ist unzulässig

Sunday, November 25, 2007

pugnax (1)


At one end of the gondola, largely oblivious to the coming and going on deck, with his tail tumping expressively now and then against the planking, and his nose among the pages of a volume by Mr. Henry James, lay a dog of no particular breed, to all appearances absorbed by the text before him.
Thomas Pynchon, Against the Day, 5


Am einen Ende der Gondel, das Kommen und Gehen an Deck weitgehend ignorierend, mit seinem Schwanz ab und zu ausdrucksvoll gegen die Planken klopfend und mit seiner Nase zwischen den Seiten eines Bandes von Herrn Henry James, lag ein Hund von unspezifischer Rasse, allem Anschein nach tief versunken in den Text vor ihm.
Thomas Pynchon, Against the Day, 5, übers. von stubbornita

Monday, November 19, 2007

tourlemonde

stubbornita hat sich herumgetrieben. Und wie es sich gehört für ordentliche Ferien: Sie wurde aufgehalten. So ziemlich gründlich überall. Egal - jetzt ist sie ja wieder da. Dicht gedrängt standen die Hühner des benachbarten Hofs am Maschengitter und starrten sie ungläubig gackernd an, als sie aus dem Kofferraum gewaschene Wäsche und umfangreiche, hinter den sieben Bergen kaum erhältliche Lebensmittelrationen ausräumte und anschliessend - wohlportioniert in drei tragbare Portionen - durch ein ziemlich schmales und mit Holzspinnrädern, Topfpflanzen, 50-Kilo-Hundefutter-Säcke und diverse Apfelhurden verstelltes Treppenhaus in ihren Wochenaufenthaltsdachstock hochschleppte. A dignified end of a fairly crowded vacation - stubbornita konnte es sich nicht verkneifen, beim letzten Gang zum Auto eine Runde zurück zu gackern und eine kleinere welcome-back-Aufscheuchstampede hinzustampfen. Die Inbox und der Sitzungskalender waren dann weniger deutlich weniger dignified und clearly overcrowded. stubbornita sitzt schon wieder gründlich in der Tinte. Umso nötiger ein chronologisch einwandfreier Rückblick:



Ferien für Ma Rathona






Ferien für Odyssea







Ferien für artischokka







ja sogar "Ferien" für calamity jane




P.S. daisy hat immer Ferien und resolotta ist schon überall gewesen.


Thursday, November 1, 2007

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na dann. bitte nicht drängeln.