Wednesday, March 12, 2008

megafreude

Gewisse Sprachen sind so vokalverliebt, dass selbst (oder insbesondere?) steuerbetrügende Offshoretransaktionen Freude bereiten:









Sunday, March 9, 2008

hariboallee, bruchsal

In der dortigen Autobahnraststätte ein grosses Pack Gummibärchen erstanden, die wohl höchstens zwei Minuten vorher noch in einer Produktionsanlage gesteckt hatten. Gummibärchen sind nicht gleich Gummibärchen! Je zarter, desto jünger. Und das waren definitiv die jüngsten Gummibärchen, die odyssea je zwischen die Zähne kamen.

"Bruchsal verdient eine Hariboallee und du bist dran mit Fahren mein Knuspriger!"
Mit einem glücklichen Seufzer vernussgipfelt sich odyssea auf der Rückbank mit Küssi und Schlafsack und träumt allersüssestens von allem möglichem Süssen. Und wenn sie aufwacht, sind wir schon fast da. So muss es sein.




Friday, March 7, 2008

männerfixiert


Stolze Besitzerin einer Orchidee, kommt stubbornita zur Erkenntnis, für die andere sogar schon geblutet haben: Drittbetreut gedeiht besser. Vorliegend ist präzisierend festzuhalten: stubbornitas orchidea bevorzugt eindeutig männliche Hingabe. Blüht diese Schnitte doch immer dann, und nur dann, wenn sie bei einem Mann logiert. stubbornita findet das einerseits erstaunlich, andererseits naheliegend, geht es ihr doch eigentlich ebenso, soweit sie das zuzugeben bereit und in der Lage ist.


Friday, February 22, 2008

himbeerzeit vorbei




Mit Halbfachkräften der Wirtschaftsprüfung um Kleinstbeträge unaufgelöster Rückstellungen gebalgt. Für die Millionendifferenzen auf Konzernstufe werden sie nächste Woche dann aber wieder keine Zeit haben. Tendenz, grad der gesamten Berufsgattung neben zweifelhafter Kompetenz auch mangelnde Kinderstube vorzuwerfen. Steuern kommen immer zuletzt, interessieren keine Sau, sind dann aber an allem schuld. Ja, stubbornita, es muss sich wieder mal um einen Jahresabschluss handeln, offensichtlich. Da bleibt die letzte Woche - Himbeere statt Stachelbeere - nostalgisch verklärt.

Trotz der Absolvierung einer Handelsakademie hatte Guido einen äusserst undeutlichen Begriff von Soll und Haben. Als ich das Kapitalkonto eröffnete und die Spesen verbuchte, sah er mir voll erstaunter Neugier über die Schulter. Später hat er dann die Buchhaltungstechnik so vollkommen erlernt, dass er jedes Geschäft, das ihm unter die Finger kam, zuallererst vom buchhalterischen Standpunkt aus analysierte. Es schien geradezu, als vermittle ihm die Erkenntnis dieser Dinge eine neue Weltanschauung. Überall sah er nur noch Kreditoren und Debitoren, auch wenn zwei einander prügelten oder miteinander zärtlich waren. Italo Svevo, Zeno Cosini, 375

Friday, January 25, 2008

daisy's offshore reporting: schalke

Eine Saison, in der es Daisy kaum je ins Joggeli schafft, dafür umso mehr an (vermeintlich) abgelegene Test-Freundschaftspiele.

Nebst ausführlicher Stadionführung gab's auch ausführlich Stadionfütterung: Die Curry-Würste versammelten sich in einem Wok von ca. 2 Metern Durchmesser, regional geschnetzelt und mit Pommes-frites-Gabeln aus der Sauce zu fischen; aber es gab zu Ehren der Gastmannschaft auch Geschnetzteltes Puten- und Schweinefleisch nach Züricher Art - und das war zwar auch lekker, führte aber zu Missverständnissen: In der 27. Minute schwor Daisy ihrem RP, wenn der Kerl hinter ihr jetzt noch EINMAL "Züricher" sage zu "uns", dann drehe sie sich um und frage ihn, ob die "Blauen" dort unten dämpfall Dortmund seien. RP sondert massiv Baldrian in Sprayform ab und

ENDLICH!

in der 38. Minute rafft er es! Von alleine! Fünf Minuten später kassiert der FCB ein Tor und es herrscht blau. Überwiegend. Geschätzte neunundreissigtausend Mal. Und RP ist grad auch noch für die Falschen.




Daisy schmollt die verbleibende Spielminute und spachtelt in der Pause zu zwei Bier eine nicht kleine Wurst. Mit Senf. Zufriedenheitsfaktor extrem hoch. Und nach dem Spiel grad nomol so eine...


Natürlich war der FCB die bessere Mannschaft. Aufgrund mangelnder Zuschauerpraxis staunt Daisy "ihre" Spieler an, als kämen sie vom Mond. Sie studiert die Beilage. Streller auch nicht da. Und einer ist nicht mal auf der Liste "Reserve II" aufgeführt. Im Gegensatz zu Papa Malik Ba - der sei am Afrika-Cup. Auf die sms-Frage an drei per Zufall ausgewählte PIBs, wo zum Teufel eigentlich Scott Chipperfield stecke, erhält Daisy umgehendst folgende Antworten:


(a) Wenn i das numme wisst *mitderSchulterzuck*
(b) Buschi-Turne?
(c) Trainingsrückstand wegen Fersenverletzung


Auf die PIBs ist eben Verlass. Zum Abschluss veranstaltet der Veranstalter noch ein zünftiges Feuerwerk-Brimborium zur Verabschiedung eines Spielers, so dass das ohnehin nicht duckmäuserische Stadion der daisy-Touristin noch mal alles gibt, was es so drauf hat. Und im Sommer spielt hier dann noch Bon Jovi. Boaaaa!

Sunday, January 13, 2008

vita napolitana

Biwaks im Klärschlamm-Massiv,
es wird heller,
die Kehricht-Vögte,
abgeseilt
von sich selber,
strudeln amtabwärts.
Paul Celan, Edition 1997

Friday, January 11, 2008

ginsberg



Follow your inner moonlight; don't hide the madness.
Allen Ginsberg

Thursday, January 10, 2008

40 Ford Pickup




Is a tractor bad? If this tractor were ours, it would be good - not mine, but ours.
John Steinbeck, Grapes of Wrath

Friday, January 4, 2008

l'albatros

CHARLES BAUDELAIRE

Souvent, pour s'amuser, les hommes d'équipage
Prennent des albatros, vastes oiseaux des mers,
Qui suivent, indolents compagnons de voyage,
Le navire glissant sur les gouffres amers.

A peine les ont-ils déposés sur les planches,
Que ces rois de l'azur, maladroits et honteux,
Laissent piteusement leurs grandes ailes blanches
Comme des avirons traîner à côté d'eux.

Ce voyageur ailé, comme il est gauche et veule!
Lui, naguère si beau, qu'il est comique et laid!
L'un agace son bec avec un brûle-gueule,
L'autre mime, en boitant, l'infirme qui volait!

Le Poète est semblable au prince des nuées
Qui hante la tempête et se rit de l'archer
Exilé sur le sol au milieu des huées,
Ses ailes de géant l'empêchent de marcher.



Der Albatros

ÜBERSETZUNG STEFAN GEORGE

Oft kommt es dass das schiffsvolk zum vergnügen
Die albatros - die grossen vögel - fängt
Die sorglos folgen wenn auf seinen zügen
Das schiff sich durch die schlimmen klippen zwängt.
Kaum sind sie unten auf des deckes gängen

Als sie - die herrn im azur - ungeschickt
Die grossen weissen flügel traurig hängen
Und an der seite schleifen wie geknickt.

Der sonst so flink ist nun der matte steife.
Der lüfte könig duldet spott und schmach:
Der eine neckt ihn mit der tabakspfeife
Ein andrer ahmt den flug des armen nach.

Der dichter ist wie jener fürst der wolke -
Er haust im sturm - er lacht dem bogenstrang.
Doch hindern drunten zwischen frechem volke
Die riesenhaften flügel ihn am gang.

Tuesday, January 1, 2008

happy journeys 2008


"Das ist auch meine Meinung", antwortete Don Quixote. "Fahre fort zu sprechen, Freund Sancho, denn du redest heute lauter Juwelen."

Cervantes, Don Quixote de la Mancha (übers. von Tieck)